考古学 (kōkogaku) – Archäologie
Auf Carlas Bitte hin lädt Ugolino uns heute ein, die Ausgrabungsstätte zu besichtigen. Adagio, einem Mitglied seines Teams, wird uns zur Seite gestellt. Er wird uns herumführen und unsere Frage beantworten.
An
der Ausgrabungsstätte stoßen Mare und Dr. Gaultier zu uns. Mycroft
und Henry greifen sich jeweils einem Spaten und wollen selbst Hand
anlegen und sich als Archäologen versuchen. Adagio hält sie auf und
reicht ihnen Mauerkellen und Bürsten.
„Wenn ihr euch
einbringen wollt, dann da drüben“, erklärt er in gebrochenem
Englisch und verweist sie an eine Stelle, wo gestern etwas gefunden
wurde.
Adagio zeigt uns ein Fundstück, das er in seiner Hosentasche bei sich trägt. Es ist eine kleine Pferdestatuette, sehr filigran und grazil und kunstvoll gearbeitet. Carla fragt nach weiteren Funden. „Es gibt da etwas“, erklärt Adagio, „es ist der Schatz von Ugolino.“ Er selbst sei nur im Besitz einer Skizze dieses Stückes, welche er uns aber gerne zeigt. Es handelt sich um ein nierenförmiges Objekt mit seltsamen Schriftzeichen. Carla mutmaßt, dass es sich dabei um einen Kultgegenstand handle, mit dessen Hilfe die Weissagung aus Schafsleber erfolgt sei. Ich bin skeptisch was diese These angeht.
Nach der Besichtigung der Ausgrabungsstätte fahren wir zurück zum Anwesen der Geradeskas und sprechen mit Ugolino. Carla bezirzt ihn, uns eine Vorab-Führung durch die Ausstellung vor der offiziellen Eröffnung zu ermöglichen. Ugolino druckst herum und erklärt, dass er bereits seiner Gattin Cecilia zugesagt habe, die Ausstellung als erste besuchen zu dürfen. Carla setzt ihren ganzen Charme ein und legt sich mächtig ins Zeug, um Cecilia zu überreden, uns mitgehen zu lassen – mit Erfolg. Der Besuch der Ausstellung ist für den morgigen Tag geplant.
Eine viertel Stunde nach drei Uhr am Nachmittag trifft Mary-Ann auf dem Anwesen der Geradeskas ein. Wie üblich sucht sie die Aufmerksamkeit der Anwesenden und versucht uns in belang- und zusammenhanglose Gespräche zu verwickeln.
Gegen fünf Uhr kommt die Idee auf, Madame Empusa auf dem Marktplatz einen erneuten Besuch abzustatten. Die seltsame Höhle, so unsere Vermutung, hat irgendetwas mit ihren Weissagungen zu tun. Wir sind ratlos und wissen nicht, was wir mit diesem Ort anfangen sollen oder was uns dort zu tun zugedacht ist. Mycroft und Henry nutzen die Gelegenheit, beim Spaziergang zum Volksfest ihren Hunden etwas Auslauf zu ermöglichen. Wir anderen lassen uns von Franco mit seinem Großraumfahrzeug chauffieren.
Als wir ankommen, warten Mycroft und Henry (ebenso Tamino und Indie) bereits auf uns. Obwohl sie den gleichen Weg gegangen sind, den wir gestern Abend für den Rückweg vom Jahrmarkt zum Anwesen der Geradeskas eingeschlagen hatten, haben sie keine Hinweise auf die seltsame Höhle gefunden. Das alles ist sehr mysteriös. „Wir haben demokratisch entschieden, dass Carla mit der Wahrsagerin sprechen soll, um mehr über das Geheimnis in Erfahrung zu bringen“, erklärt Mycroft. Carla schaut ihn im erstem Moment strafend an, beugt sich dann aber der „demokratischen“ Entscheidung und betritt das Zelt der Wahrsagerin.
Nach einer Weile kommt sie zurück und berichtet, dass Madame Empusa ihr – respektive uns – nahelegte, den eingeschlagenen Weg bis zu Ende zu gehen. Es gäbe kein Ritual, das uns zur Lösung des Rätsels und zur Erfüllung unserer Aufgabe (was auch immer das sein möge – wir alle sind gleichermaßen ahnungslos) führen kann. Vielmehr handle es sich um einen Akt der Hingabe, der vollzogen werden müsse. Bis zum nächsten Vollmond müsse die Mission erfüllt werden. Carla berichtet auch, dass Madame Empusa und die kräuter- und magiekundige , uns wohlgesonnene Händlerin Esme aus Canas miteinander bekannt seien. An Mare und Mary-Ann gerichtet sagt sie, dass die Wahrsagerin auch diese zwei kennenzulernen gedenke. Die beiden leisten diesem Wunsch Folge. Auch sie haben ähnliche Visionen empfangen, wie wir und einen Talisman in Form eines Amulettes erhalten. Ich habe nicht das Gefühl, jetzt mehr zu wissen, als vorher.
Wir kehren zurück zum Anwesen der Geradeskas. Ich begleite dieses Mal Henry und Mycroft bei ihrem Spaziergang. Der Abend klingt gemütlich und entspannt aus, doch die Nacht erfüllt mich mit einer unheimlichen und schreckensvollen Ahnung. Ich träume von einem schweren Erdbeben, das meine Heimat, die Region Kantō erschüttert. Große Teile Tōkyōs stehen in Flammen und werden dem Erdboden gleich gemacht.









