Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

下馬評が音沙汰 (Gebahyō ga Otosata ) – Gerüchte und Nachrichten

Die Gerüchteküche in Princetown brodelt. Man geht bei der Explosion von letzter Nacht von einem Gasunfall aus. Von Charles Upperton fehlt jede Spur. Kurz vor der Explosion wollen Zeugen ihn noch auf dem Friedhof gesehen haben, aber insgesamt steht man vor einem Rätsel, niemand aber hegt Verdacht, dass wir etwas mit der Angelegenheit zu tun haben könnten.

Mare hat gute Arbeit geleistet. Der Silverghost des Lords ist wieder fahrtüchtig. Wir fahren zurück Richtung London. Auf dem Weg sammeln wir Mycrofts Automobil ein, dass noch immer an der Landstraße nach Dartmeet steht, und schleppen den Wagen mit ab. Es stimmt. Tagsüber wirkt das Dartmoor wirklich überaus idyllisch.

Gegen Mittag erreichen wir London. Der Lord lädt mich nach Halton House ein, aber ich ziehe es vor, mich in mein Haus der Schatten zurück zu ziehen. Ich wechsle meine Verbände. Die Aufregung der letzten Tage war der Wundheilung nicht gerade zuträglich. Meine Freunde wollen weitere Forschungen zu den Pergamenten anstellen, gemeinsam mit Mary-Ann, die zufällig in London etwas zu tun hatte.

Es läutet an meiner Tür. Ein Postbote bringt einen Brief, offenbar aus Übersee. Auf dem Umschlag steht kein Absender. Ich öffne den Brief und lese. Es ist ein Haiku, geschrieben in meiner eigenen Handschrift:

„Mein Gleichgewicht
ist in Gefahr.
Wirst du dich stellen
erneut
dem dunklen Tal?“

Die Zeilen bringen mich zum Nachdenken. Es ist kein Geheimnis, dass ich seit meiner Rückkehr aus der Bibliothek von Babel, nach meinem langen Aufenthalt in den Traumlanden und dem ungleichen Pakt mit dem Mi-Go gehörig aus dem Gleichgewicht geraten bin. Nichts ist mehr so, wie es war. Inzwischen stelle ich viele meiner getroffenen Entscheidungen in Frage, frage mich, ob es mir besser gehen würde, wenn ich manche Dinge anders gemacht hätte – vor allem in den letzten drei Jahren.

Drei Jahre… drei verfluchte Jahre… Aber würde ich wirklich irgendetwas anders machen, wenn ich die Chance dazu hätte? Wahrscheinlich nicht…

Ich lese noch einmal das Gedicht.
Wirst du dich stellen erneut dem dunklen Tal?
Ich habe keine Ahnung, ob ich das werde. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich das will.
Im Moment kann ich das nicht entscheiden, aber früher oder später werde ich das müssen.